Sechseläuten

Das Sechseläuten ist ein Freudenfest. Die
dunklen kalten Winternächte werden verabschiedet,
der Frühling empfangen. Tausende
von kostümierten Zünftern und zehntausende
von Zuschauerinnen und Zuschauern bevölkern
am Sechseläutenwochenende die Stadt
Zürich. Teil des Zürcher Frühlingsfestes sind
ein farbenprächtiger Kinderumzug am Sonntag
und der Zug der Zünfte zum Feuer am
Montag. Höhepunkt ist die symbolische Verbrennung
des Winters in der Gestalt eines
Schneemanns – des Bööggs.

Die Verbrennung des heute bekannten Sechseläuten-
Bööggs hat den direkten Ursprung
im Kratzquartier, dem Gebiet zwischen Fraumünster
und dem heutigen Bürkliplatz. Die
Kratzer-Buben verbrannten seit Jahrhunderten
einen oder gar mehrere Bööggen auf
verschiedenen Richtplätzen. Wie viele Feuerbräuche
waren auch die Bööggen-Verbrennungen
an die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche
gebunden. Mit der Verbrennung des Bööggen
wurde die Umstellung der Winterarbeitszeit
auf die Sommerarbeitszeit mit Verschiebung
des Arbeitsschlusses von 17 Uhr auf 18 Uhr
signalisiert. Durch die Integration des
Bööggs im Fest der Zünfter, wurde den spontanen
und unstrukturierten Umzügen der
Buben, welche ihren Böögg vor der Hinrichtung
auf dem Scheiterhaufen durch die Stadt
karrten, ein Ende bereitet. Seit dem Jahr
1892 ist die Verbrennung des Bööggs fester
Bestandteil des Zürcher Sechseläutens.
Die Bezeichnung Böögg bedeutete in Zürich
„Verkleidete Gestalt “. Weitere Informationen
unter: sechseläuten.ch

Das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs begrüsst
das Projekt pocket-böögg der Stiftung RgZ
und hat die Projektverantwortlichen bei der
Realisierung fachlich beraten und unterstützt.
Mit dem pocket-böögg steht das Symbol
des Zürcher Sechseläutens für eine gute
Sache – ganz im Sinn und Geist der Zürcher
Zünfte.

Zentralkomitee der Zünfte Zürichs
Jürg C. Scherz, Präsident